Von Rom nach Recklinghausen

Pater Jaison steht vor dem Petersdom im Vatikan.

Pater Jasion wohnt derzeit im Pfarrhaus von St. Antonius. Foto: privat

Pater Jaison Jose hat seinen Dienst in zwei Pfarreien der Stadt begonnen.

Am 1. Juni startete Pater Jaison Jose seinen priesterlichen Dienst in Liebfrauen und St. Antonius. Er wird in zwei Pfarreien eingesetzt, weil es immer weniger Hauptamtliche für die Seelsorge gibt. Bis in Liebfrauen eine Wohnung gefunden ist, wohnt er im Pfarrhaus St. Antonius.

Interessant ist seine Lebensgeschichte. Pater Jaison ist in Indien geboren, 1993 in einen indischen Orden eingetreten. 2004 wurde er im Bundesstaat Kerala zum Priester geweiht. Und: Er ist deutscher Staatsbürger. „Ich besitze seit sieben Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft und habe nur eine, da Indien die doppelte Staatsbürgerschaft nicht zulässt.“ Die Regierung habe jedoch ein Dokument ausgestellt, das ihm die Einreise nach Indien ermöglicht. „Da ich einem italienischen Orden angehöre, ist es gut, rechtliche Sicherheit, Bleiberecht und EU-Bürgerschaft zu haben.“

Die deutsche Mentalität und das kirchliche Leben sind ihm nicht fremd. Acht Jahre war er im münsterländischen Billerbeck tätig. Jetzt kommt er nach einem Zusatzstudium in Rom ins Ruhrgebiet. Er freut sich auf seine neue Aufgabe, weil er Parallelen entdeckt: „Wenn ich es richtig verstehe, leben wir hier in Recklinghausen in einer multikulturellen Welt mit unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Nationalitäten. Ich komme aus Indien, einem Land mit vielfältigen Religionen und Kulturen und daher wird diese Realität im Ruhrgebiet für mich nichts Neues sein.“ Ihn überrascht genauso wenig die deutsche Kirchenkultur. Er vergleicht: „Die Kirchen in Indien und Italien können improvisieren. In unserer deutschen Kirche ist das anders. In Deutschland ist, der Kultur und Mentalität entsprechend, alles organisiert. Struktur ist hier vor jeder Veranstaltung wichtig.“ 

Sein seelsorgliches Anliegen mit seinen priesterlichen Grunddiensten der Sakramenten-Spendung benennt er so: „Menschen zuhören und begleiten. Das ist mir wichtig, besonders bei der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen. Kurz gesagt: Es geht um Menschen, die spirituelle und moralische Unterstützung benötigen.“ Dann fügt er an: „Mein Orden hat neben den Gelübden Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam noch ein viertes: Es besagt, dass man weder innerhalb noch außerhalb des Ordens nach einer Karriere streben darf.“ Herzlich willkommen in Recklinghausen, Pater Jaison!

Text: Aloys Wiggeringloh

Dieser Artikel wurde geschrieben für “geistREich”, dem Magazin der Stadtkirche Recklinghausen, und wurde dort in der Juni-Ausgabe erstveröffentlicht.
 

Terminkalender

Hier gelangen Sie direkt zum aktuellen Terminkalender. Bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Seelsorgeteam

Hier gelangen Sie direkt zum Seelsorgeteam

Pfarrbüro

Hier gelangen Sie zum Pfarrbüro