Freiheit, Gleichberechtigung und demokratische Mitverantwortung sind keine Selbstverständlichkeiten. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Grundwerte zunehmend infrage gestellt werden, setzt der ökumenische Arbeitskreis „Kirche und Kino“ ein bewusstes Zeichen: Mit einer Sondervorführung des Films „Sternstunde ihres Lebens“ beteiligt sich der Arbeitskreis am bundesweiten „Ehrentag“ zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai.
Teil einer bundesweiten Demokratie-Initiative
Die Filmvorführung findet am Dienstag, 19. Mai, um 19.45 Uhr im Cineworld Recklinghausen an der Kemnastraße 5 statt. Sie ist eingebettet in die deutschlandweite Initiative „Ehrentag“ des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, die anlässlich des Jahrestags der Verfassung dazu einlädt, Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und zivilgesellschaftliches Engagement sichtbar zu feiern.
Der Kampf um einen Satz im Grundgesetz
Im Zentrum des Abends steht die Geschichte der Juristin und Politikerin Elisabeth Selbert. Der Spielfilm der Regisseurin Erica von Moeller zeichnet nach, wie Selbert als SPD-Abgeordnete im Parlamentarischen Rat 1948/49 dafür kämpfte, dass der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ als Artikel 3 Absatz 2 ins Grundgesetz aufgenommen wurde. Gegen massive Widerstände, politische Vorbehalte und tief verankerte Machtstrukturen setzte sie sich – gemeinsam mit weiteren Frauen wie Helene Weber, die auf dem Nordfriedhof in recklingahsuen beerdigt worden ist – für eine rechtliche Gleichstellung ein. Der Film zeigt eindrücklich, wie öffentlicher Druck und zivilgesellschaftliches Engagement letztlich den Ausschlag gaben. In der Hauptrolle ist Iris Berben zu sehen.
Demokratie braucht Einsatz und Beteiligung

Der mehrfach ausgezeichnete TV-Spielfilm aus dem Jahr 2014 macht deutlich, dass demokratische Errungenschaften erkämpft werden mussten – und dass sie nicht von selbst bestehen bleiben. Genau darin sieht der ökumenische Arbeitskreis die besondere Aktualität des Films: Rechte sind nicht gegeben, sondern müssen verteidigt und mit Leben gefüllt werden. Bereits 2015 war „Sternstunde ihres Lebens“ als Recklinghausen-Premiere beim 6. Kirchlichen Filmfestival zu sehen.
Filmgespräch mit der Regisseurin Erica von Moeller
Ein besonderer Höhepunkt des Abends ist das anschließende Filmgespräch mit Regisseurin Erica von Moeller, die persönlich anwesend sein wird. In ihren Arbeiten setzt sie sich seit vielen Jahren mit Fragen von Gerechtigkeit, Chancengleichheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt auseinander. Im Gespräch soll es unter anderem darum gehen, welche Lehren sich aus der Geschichte Elisabeth Selberts für die Gegenwart ziehen lassen – und warum demokratisches Engagement auch heute unverzichtbar bleibt.
Karten und weitere Informationen
- Eintrittskarten sind zu den Öffnungszeiten an den Kassen des Cineworld Recklinghausen sowie online erhältlich.
- Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es auf der Homepage des Kirchlichen Filmfestivals.
